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Festakt zum 20-jährigen Schuljubiläum Drucken

Mittwoch, 22. September 2010

Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeiter, Vertreter aus Politik, der Landesschulbehörde und Kooperationspartner, Ehemalige und Freunde kamen am 22.9.2010 zu einem Festakt zusammen, um der - „ihrer“ - Helene-Lange-Schule zum 20. Geburtstag zu gratulieren.

Der Chorkurs des 6. Jahrgangs unter Leitung von Ludger Bojert und Instrumentalbegleitung verschiedener Schülerinnen und Schüler präsentierten sich zur Einstimmung mit dem Stück „Vois sur ton chemin“ – „Sieh auf deinen Weg“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Die jungen Sängerinnen und Sänger zeigten mit dem Stück in französischer Sprache auf beeindruckende Art und Weise, mit welcher Freude auch über einen kurzen Zeitraum von nur einem Schuljahr gelungen Musik gemacht werden kann.

 

Auch die letzten Sitzreihen des Forums waren besetzt, als um 17.30 Uhr Schulleiter Diedrich Smidt mit einem Grußwort in die Veranstaltung einführte. In den vergangenen 20 Jahren des Bestehens der Helene-Lange-Schule als Oldenburgs erster Integrierten Gesamtschule könne man, so Smidt, auf viele Erfolge zurückblicken. Die HLS habe eine Ausstrahlung erreicht, die die Schullandschaft in Oldenburg verändert und dazu beigetragen habe, dass es mittlerweile in der Stadt drei Integrierte Gesamtschulen gebe und der Bedarf immer noch nicht gedeckt sei. Beifall erhielt der Schulleiter besonders als er gegenüber dem anwesenden Oberbürgermeister auf die Wünsche der Schule hinwies: Erweiterung des Gebäudes um einen Musiktrakt und ein Oberstufengebäude sowie eine Sanierung mit Blick auf die Schall- und Wärmeisolierung. Von der Landespoilitik forderte Smidt eine faire Behandlung bei der Senkung der Klassenfrequenzen und der Zuweisung von Lehrerstunden für Differenzierungsmaßnahmen. In einem Ausblick wünschte sich der Schulleiter eine Schule für alle Kinder im Sinne einer inklusiven Schule, in der auch Kinder mit Behinderungen ihren Platz finden.

 

„Helene Lange“ sei Programm an der Helene-Lange-Schule, so Prof. Dr. Gerd Schwandner, Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, der als erster Redner das Grußwort an die Festversammlung richtete. Auch Prof. Schwandner betonte die herausragenden Leistungen der Schule, die sich für ein gemeinsames Lernen aller Kinder einsetze. Er freue sich, dass die HLS inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Oldenburger Schullandschaft geworden sei. Er betonte, dass die HLS als IGS ein interessantes zusätzliches Angebot – neben den Schulformen Gymnasium, Realschule und Hauptschule - sei und er wünsche der Schule für die Zukunft alles Gute.

 

Frau Angelika Nordhues, Dezernentin der Landesschulbehörde, betonte die gute Arbeit an der HLS und verwies auf jene Kollegen, die von Anfang an dabei gewesen seien, die mitgeholfen hätten, die HLS zu dem zu machen, was sie heute sei. Nun gelte es das pädagogische Profil den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft entsprechend weiter zu entwickeln. Nordhues lobte die HLS und verwies auf die Ergebnisse der Schulinspektion, die große Erfolge bestätigt habe. Immer noch seien die Bewerberzahlen auf die vorhandenen Plätze mehr als doppelt so hoch, auch würden Helene-Lange-Schüler bis zu 60% des Abgangsjahrgangs nach Klasse 10 einen erweiterten Abschluss erreichen und dann fast ausnahmslos die gymnasiale Oberstufe der HLS besuchen. Das sei für sie, so Nordhues, ein ganz sicheres Zeichen dafür, dass man sich hier wohlfühle und gute Arbeit gemacht werde.

 

Mit einem Experiment leitete Frau Maike Bialucha stellvertretend für den Schulelternrat ihr Grußwort ein. Eltern und SchülerInnen sollten durch Winken anzeigen, dass sie – mit Begeisterung - da waren. Ehrenamtliches Engagement in der Elternarbeit sei in der HLS „lebendiger Bestandteil des Schullebens“ und gerade in Zeiten, in denen den IGSen von Seiten der Landespolitik ein „eisiger Wind“ ins Gesicht wehe, wichtiger denn je, denn es gehe darum, zu informieren, aufzuklären und auch bei Bedarf, das Grundrecht der Demonstration – natürlich friedlich – auszuüben und so das Erreichte zu bewahren, so Bialucha. Dass sie als Elternvertreter auch in Zukunft mit anpacken wollten, stehe außer Frage und auch, dass dies aus Überzeugung und für ihre Kinder und ihre Schule geschehen werde.

 

Im Namen der Schülervetretung wandte sich Nils Behrens (13. Jg.) an das Publikum und hieß alle erneut in „unserer wunderbaren Schule“ willkommen. Er habe sich in der Schülerschaft umgehört, was die HLS in Augen der SchülerInnen so besonders mache. Für besonders hielten sie „das gute Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern“ und dass man in dem unterstützt werde, was einem selbst wichtig sei. Das freundliche Klima, die Freizeitangebote oder die Integrationsklassen seien genannt worden und „dass die HLS eine Schule für alle ist“. Auch nach 9 Jahren Rückblick auf seine Schulzeit an der HLS betonte Behrens, so könne er über sich persönlich sagen, er sei ein „glücklicher Schüler“ – an einer „Schule für alle, auf der alle Schüler glücklich sind“ . Natürlich gebe es an der HLS wie überall SchülerInnen, die sich über Schule beschwerten, aber, so Behrens, „bis Sie einen Schüler finden, der sich über diese Schule beschwert, haben Sie sich die Füße wundgelaufen“. Schüler an dieser Schule würden leben, was sie zu etwas Besonderem mache. Abschließend betonte Nils Behrens, dass sie als SchülerInnen sich die Schule „von keiner Regierung wegnehmen lassen“ würden.

 

Für die Kooperationspartner der HLS wandte Frau Dr. Weiler-Streichsbier vom Landesmuseum Oldenburg das Grußwort an die Zuhörenden. Sie dankte für eine besondere und immer intensive Arbeit in gemeinsamen Projekten von HLS und Museum, von der beide Seiten profitierten. Sie erhoffe sich eine langwährende Weiterarbeit mit der Helene-Lange-Schule in vielfältigen und bunten Projekten.

 

Schließlich kam es zum Höhepunkt des Festaktes, dem Festvortrag zum Thema „Lernerfolg für jedes Kind – eine gemeinsame Verantwortung der Lehrer, Schüler und Eltern“, der von Frau Dr. Kerstin Tschekan vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein präsentiert wurde. Frau Dr. Tschekan war damit der herzlichen Einladung der HLS gefolgt. Sie betonte, dass Bildung nicht länger als „Vorhandensein einer Summe von Kenntnissen“, sondern vielmehr als das „Verfügen von Kompetenzen“ zu verstehen sei. So werde Unterricht zu einem Rahmen, in dem „alle in unterschiedlicher Zeit gemäß ihres individuellen Vorwissens, ihrer Fähigkeiten und Interessen“ lernten. Welche Auswirkungen dies auf Unterricht und Lernen hat, veranschaulichte Tschekan mit treffenden und transparenten Beispielen, die v.a. die Lehrkräfte aufrüttelten. Viele hörte man später noch über das Thema reden und es bleibt zu hoffen, dass Tschekans Thesen Wurzeln schlagen werden. Der Festvortrag kann im Detail im Downloadbereich nachgelesen werden.

 

Im Anschluss der Vorträge und Grußworte wurde kräftig angestoßen, musikalisch unterhielten gelungen die Mitglieder des Musiktheaterprojekts der HLS „Greased Lightning“ unter der Leitung von Maike Niemeier und Heide Vogt.

 

Inga Dierkes

 

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Januar 2011 um 18:45 Uhr
 
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