Projekte und Initiativen

Das gesellschaftliche Leben und schulische Leben ist in den letzten Wochen durch das Corona-Virus auf den Kopf gestellt worden – es herrschen weiterhin Abstandsregeln und Veranstaltungsverbote, die es in diesem Jahr leider verhindern, dass der CSD Nordwest am 20.06. stattfindet. Doch die HLS zeigt sich auch 2020 sichtbar:

Die Schüler*innen der A.G. für Akzeptanz und Gleichberechtigung haben aus Solidarität zum CSD Nordwest das Schulgebäude mit einer Regenbogenflagge beflaggt.

Diskriminierung und Ausgrenzung von LGBTQI+ ist immer noch Alltag und droht gerade in Krisenzeiten, z.B. in den USA sowie in Polen, noch deutlicher zum Vorschein zu kommen. Aktuell trauen sich laut einer Studie der Europäischen Union für Grundrechte auch im Jahr 2020 immer noch die Hälfte der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*menschen und Intersexuellen nicht, ihre Sexualität sowie Identität offen auszuleben.

Die wichtigen und bedeutenden Fortschritte spiegeln sich auch in Deutschland nur sehr langsam in der Lebenswirklichkeit von LGBTQI*-Menschen wider.

Als A.G. für Akzeptanz und Gleichberechtigung zeigen wir deswegen im Namen unserer Schule Flagge und bleiben sichtbar!

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd  liegt es uns als AG und Projektgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage am Herzen, dass der Kampf gegen Rassismus in Deutschland, Amerika und auf der ganzen Welt zum Thema gemacht wird: 

Was ist der Auslöser für weltweite Anti-Rassismus- und „Black Lives Matter“-Proteste? 

Am 25. Mai 2020 kam der 46-jährige Afro-Amerikaner George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis in den USA ums Leben – Grund dafür war Polizeigewalt. Zu der Festnahme kam es, da Floyd bei einem Geschäft mutmaßlich mit Falschgeld zahlte. Die Festnahme war zwar dadurch gerechtfertigt, jedoch wurde ihm überaus viel Gewalt von den Polizisten entgegengebracht, obwohl Floyd keinen Widerstand leistete. Der Polizist Derek Chauvin brachte ihn um, indem er mehrere Minuten sein Knie in Floyds Nacken presste, während dieser bereits sagte „I cant breathe!“ Der Polizist ignorierte dies und hörte nicht auf, obwohl Floyd keinen Widerstand leistete. Kurz danach starb George Floyd. Dieses Handeln der Polizisten basierte wahrscheinlich auf einem rassistischen Weltbild, da die Gewalt keineswegs gerechtfertigt war. Dies ist bei weitem nicht der erste Vorfall von Polizeigewalt.  

Polizeigewalt ist in den USA insgesamt ein gegenwärtiges Thema und wird jedoch besonders präsent, wenn man sich Statistiken anschaut, bei denen es sich um Vorfälle handelt, in denen dunkelhäutige Menschen festgenommen oder kontrolliert wurden, obwohl sie unschuldig waren. 

 

Zusammenhänge zwischen Black Lives Matter und der CSD-Bewegung 

Aufgrund der Abstandsregelungen findet die Teilnahme der HLS am CSD Oldenburg dieses Jahr leider nicht statt, sodass wir diesen Augenblick ebenfalls nutzen möchten, um über Zusammenhänge aufzuklären: 

 

Der CSD basiert auf den Straßenaufständen vom 28. Juni 1969. Derzeit kam es zu gezielten Razzien der Polizei in Kneipen, die ihr Ziel vor allem in der LGBTQ+ Community sahen. Besonders betroffen bei diesen Razzien waren Afro-Amerikaner und Latein-Amerikaner – diese litten unter Misshandlungen und vor allem Willkür. Gruppen von Dragqueens und transsexuellen Latinas und Schwarzen setzten sich daraufhin zur Wehr. Sie starteten die Aufstände an der Christopher Street in New York. Eine dieser Frauen war Marsha P. Johnson. Sie war eine afroamerikanische Dragqueen und LGBTQ+ Aktivistin. Aufgrund der Razzien verspürte sie Ungerechtigkeit und trug dazu bei, dass die Aufstände beginnen konnten.  

Marsha P. Johnson litt bei den Razzien nicht bloß unter der Angehörigkeit zur LGBTQ+ Szene, sondern auch unter den Vorurteilen aufgrund ihrer Hautfarbe. Sie erfuhr viele Formen der Diskriminierung gleichzeitig und war letztendlich stark genug, um eine Revolution  anzuregen und tausende Menschen zu inspirieren. 

Diese Frau ist eine der Gründe, wieso viele Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung als der Heterosexuellen mittlerweile mehr Rechte haben und nicht mehr unter Razzien leiden müssen. Für diese Gruppe von Menschen hat sie gekämpft und hatte Erfolg. 

Menschen mit einer dunklen Hautfarbe müssen heutzutage immer noch unter willkürlicher Gewalt und Diskriminierung leiden – so sollte es nicht weitergehen. Alle Gruppen von Menschen sollten Gerechtigkeit erfahren und keiner sollte unter Rassismus leiden. 

 

Was müssen wir tun? 

Heutzutage werden Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe auch in Deutschland und Europa systematisch ausgeschlossen und leiden in jeder möglichen Situation unter Rassismus. Ihr Alltag besteht aus Folgen des Rassismus und sie erleben kaum Tage, an denen ihnen nichts rassistisches entgegengebracht wird. Alle müssen sich daran beteiligen, dass sich das System wandelt. Wir sollten uns dafür verantwortlich fühlen, dass jeder integriert sein kann und gerne in dieser Gesellschaft lebt. 

Dafür müssen wir für nachhaltige Verbesserungen innerhalb unseres Verhaltens sorgen. Es reicht nicht mehr aus, nicht rassistisch zu denken – es müssen Taten folgen und man muss sich öffentlich äußern.  

Hört auf, still zu sein. Wir müssen uns gegen die Menschen aussprechen, die sich rassistisch äußern und ihnen erklären, wieso wir anderer Meinung sind. Es ist genau jetzt besonders wichtig, seine Stimme zu erheben. Stille kann auch als Stille Zustimmung zum Rassismus gesehen werden, insbesondere wenn sich derzeit so viele Menschen aussprechen. 

Wir müssen Diskussionen zu diesem Thema führen und alle Stimmen hören. Wir müssen uns weiterbilden und uns mehr Geschichten anhören. Wir müssen den Menschen zuhören, die Ungerechtigkeit erfahren und lernen, was es bedeutet in dieser Gesellschaft eine andere Hautfarbe zu haben. Teilt die Geschichten und die Hintergründe der Proteste mit euren Angehörigen und klärt sie darüber auf, was in dieser Gesellschaft passiert und was nach wie vor falsch läuft.  

Auch in unserem Land kommt es kontinuierlich zu Verbrechen, die auf rassistischen Motiven basieren. Wir müssen also dafür sorgen, dass die Menschen in unserem direkten Umfeld endlich ein gerechtes Leben führen können. Und genau dazu kann Schule beitragen: Schulen können aufklären und gemeinsam die Frage stellen, wie Rassismus in Deutschland aussieht und wo unsere Probleme liegen. 

 

Wir haben uns als „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ dazu entschlossen, uns von jeglicher Form von Rassismus zu distanzieren und abzuwenden und Menschen aufzuklären. Es ist unsere Aufgabe als Helene-Lange-Schule Oldenburg, uns gegen Rassismus auszusprechen und uns solidarisch zu den blacklivesmatter-Protesten zu zeigen. 

 

Wir sagen NEIN ZU RASSISMUS 

 

#blacklivesmatter 

#BeiUnsAuch 

 

Der Mai ist Pflanzzeit! Pünktlich zu Saisonbeginn eröffnet der Pflanzenbasar der Südafrika-AG. Wir bieten Tomatenpflanzen und Chilipflanzen aus eigenem Anbau. Die Jungpflanzen wurden in diesem Jahr liebevoll im Homeoffice vorgezogen. Die Samen dafür produzierten die Schülerinnen und Schüler der Südafrika-AG im letzten Jahr im Rahmen unseres Pflanzbaukastenprojektes im Schulgarten. Mit Unterstützung unserer südafrikanischen Partner errichteten wir im März 2019 ein Tomatenhaus und zwei Minigewächshäuser, in denen letztes Jahr unter führsorglicher Betreuung durch die Südafrika-AG die erste Generation Tomaten und Chili heranwuchs. Vielleicht habt ihr mit unseren Pflanzbaukästen schon selbstgezogenen Samen zum Weihnachtsfest verschenkt? Nun bieten wir euch Jungpflanzen an, deren Samen original in unserem Schulgarten produziert wurden! Fragt doch eure Lehrpersonen, ob sie euch nicht eine Pflanze aus dem Lehrerzimmer mitbringen können.

Damit unser Projekt fortgeführt werden kann, bitten wir um eine Spende in die Kasse des Vereins "Partnerschaft schafft Energie e.V.". Wir würden uns auch über Berichte freuen, wie euch die Tomaten und Chili geschmeckt haben :-)

 

Neues aus Helenes Garten

Nachdem die größeren Baumaßnahmen (Geräteschuppen und grünes Klassenzimmer) abgeschlossen waren, konnten wir uns endlich unserer Kernaufgabe, dem Ackerbau zuwenden. Um diesen in der nächsten Vegetationsperiode strukturiert angehen zu können, hat die Garten-AG mit Mitteln der Bingo-Umweltstiftung zunächst Beete geschaffen, in denen Schüler*innen in Zukunft eigenverantwortlich agieren können.

Die auf dem aktuellen Foto etwas unmotiviert rumstehenden Pfosten sollen für uns die Vertikale erschließen und durch Rankpflanzen den Gartenarbeiter*innen in Zukunft etwas Schatten spenden. Wir sind gespannt, ob dieser Plan aufgeht. Bisher werden wir von anderen Gartenbesitzern für diese Pfosten eher belächelt.

Neben den Beetumrandungen haben wir ebenfalls mit Geldern der Bingo-Umweltstiftung 5 Apfelbäume erworben und versuchen jetzt, diese platzsparend an der rechten Grundstücksgrenze als Spalierobst zu ziehen.

Aus unserer Sicht kann Corona gehen und der Frühling kommen, denn der Garten braucht jetzt viele fleißige Hände.

Motiviert durch unsere überaus erfolgreiche Austauschbegegnung vor einem Jahr hat das Projekt "Partnerschaft schafft Energie" die Einladung zur Teilnahme an der internationalen Konferenz "connect for change" im Oktober 2019 gern angenommen.

Vom 2.12. - 6.12.2019 nahmen wir, vier Schülerinnen der Südafrika-AG, an der Jugendkonferenz „Our common future“ in Köln teil. Dabei beschäftigten wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit, insbesondere mit den Agenden 2030 und 2063 und den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs).

Am Montag, den 24.02., öffnete die HLS wie gewohnt am frühen Morgen ihre Türen zum gemeinsamen Lernen – doch an diesem Morgen wurde die gewohnte Umgebung gestört:

Die Scheiben, Eingangstüren, Schulwände und Klassentüren waren „tapeziert“ mit offensiven Plakaten zum Thema „Sprachgebrauch“. Es führte kein Weg an der Aktion von der A.G. für Akzeptanz und Gleichberechtigung vorbei!

Negatives wird im Sprachgebrauch von vielen immer noch mit den Wörtern „schwul“ oder „behindert“ gleichgesetzt. Auch im Bereich Schule muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Wörter wie schwul oder behindert (u.v.a.) keine Schimpfwörter sind, sondern lediglich eine sexuelle Orientierung oder einen gesundheitlichen Zustand beschreiben.

Die Plakate fordern einen sensibleren Umgang mit Sprache, sollen zum Umdenken anregen und den unüberlegten bzw. falschen Sprachgebrauch aufzeigen.

In erster Linie sollten durch die von der A.G. für Akzeptanz und Gleichberechtigung durchgeführte Aktion Gesprächsanlässe an der HLS geschaffen werden – und dies war ein voller Erfolg!

Die Plakataktion erregte viel Aufsehen an der HLS – die Schüler*innen diskutierten untereinander über den Sprachgebrauch und thematisierten dies zudem mit ihren Lehrkräften in den Klassen. Die sprachsensibilisierenden Plakate führten dazu, dass viele Schüler*innen in dieser Woche innehielten und reflektierten, wie sie selbst mit diesen eigentlich zustandsbeschreibenden Worten umgehen. 

Ein Großteil der sprachsensibilisierenden Plakate geht nun an weitere Schulen, die bereits im Raum Vechta und Osterholz-Scharmbeck gefunden wurden, um auch dort wachzurütteln.

Information:

"Die sprachsensibilisierenden Plakate sind im Rahmen der AG "Vielfalt leben!" am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg entstanden, die von der Lehrkraft Kara-Arietta Lissy geleitet wird."

Die Hilfsorganisation medico international bedankt sich mit folgenden Worten für die große Spende der OBS Eversten sowie der IGS Helene-Lange-Schule:

Liebe Schüler*innen, liebe Lehrer*innen der IGS Helene-Lange-Schule,

im Namen von medico international und unserer Partnerorganisation Kurdischer Roter Halbmond aus Rojava/Nordsyrien möchte ich ganz herzlich Dankeschön sagen, für diese große Spende über 22.000 Euro für die Nothilfe in Rojava!

Wir wissen, dass der Spendenlauf ursprünglich für eure Partnerschulen gedacht war und es ist ein durchaus trauriger Anlass, dass ihr das Geld nun für die Nothilfe in Nordsyrien bereitstellt. Umso mehr waren wir beeindruckt, dass ihr euch entschieden habt das Geld weiterzugeben. Die Unterstützung wird vor Ort mehr denn je benötigt werden, denn jetzt kommt der Winter und auch die Familien und Kinder aus Girê Spî können nicht zurück in ihre Heimat, denn die Stadt ist weiterhin unter Besatzung türkischer Milizen.

Ein großes Dankeschön also für euer Engagement. Solche Aktionen sind oft ebenso wichtig, wie die materielle Unterstützung, denn sie zeigen, dass die Menschen vor Ort nicht allein gelassen werden!

Mit freundlichen Grüßen

Anita Starosta (Referentin für Nordsyrien, Türkei, Irak)"

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